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Die StartUp AsiaBerlin Roadshow gibt neue Richtung für diejenigen, die vom Gründerfieber gepackt wurden

Team YS
7th Nov 2017
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Von Berlin nach Manila über Jakarta und Bangalore – klingt wie der perfekte Urlaubsplan? Diese Städte sind in Asien der Ort einer der größten Revolutionen - seit vielleicht der industriellen Revolution – der Startup-Revolution.

Diese vier Städte haben entscheidend dazu beigetragen, den Gründergeist in Asien zu stärken und dabei viele Menschen beflügelt, die davon träumten, in der Welt groß herauszukommen. Die Ökosysteme in diesen Städten befinden sich in verschiedenen Entwicklungsstadien und bieten ein spannendes Umfeld für Startups. Unabhängig davon, ob es sich um staatliche Unterstützung oder große Konzerne handelt, die den Wandel vorantreiben, die Startup-Szene entwickelt sich rasant weiter.

Die zweite Veranstaltung der StartUp AsiaBerlin Roadshow (SUAB) fand vom 18. bis 29. Oktober statt. Mit dem Ziel, Startup-Ökosysteme durch wirtschaftliche Zusammenarbeit und kulturellen Austausch zu fördern, wurde die Plattform von der Stadt Berlin in Kooperation mit der Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH ins Leben gerufen und wird vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) gefördert.

StartUp AsiaBerlin delegates

SUAB wird in Bangalore von der Deutsch-Indischen Handelskammer organisiert. Bangalore in Indien bietet vor allem Startups die Möglichkeit, innovative Lösungen für relevante globale Herausforderungen zu entwickeln. SUABs Ziel ist es, die Qualität der Startups in den vier Partnerstädten zu verbessern. Das SUAB Team fungiere als ein neutraler Partner und fördere die Vernetzung interessierter Stakeholder.

Im Rahmen der Roadshow besuchten 26 Delegierte aus allen Partner-Hubs das YourStory-Büro und Bangalore. Vorab besuchten die Startup Experten auch Manila und Jakarta, um sich untereinander und mit den Beteiligten der lokalen Startup-Ökosysteme zu verbinden.

In Bangalore wurde eine Podiumsdiskussion mit Unternehmen und Experten organisiert, um einen Einblick in die lokalen Märkte und Branchen zu gewinnen. Die Podiumsteilnehmer bei der Diskussion waren: Jefferson J Hofer von HDC Agri, Jan Lachenmayer von Enpact, Aria Widyanto vom Indonesischen Fintech Startup Amartha, Neha Jain vom Indischen Accelerator Z Nation Labs sowie Louise Kaye G Mendoza vom Handelsministerium der Philippinen. Die Sitzung wurde von Madan Mohan Rao von YourStory moderiert.

The panelists

Hier sind Auszüge aus der Sitzung:

Die größten Trends, die sich bei der Diskussion der Startup-Experten aus aller Welt herauskristallisierten, waren die Bereiche Künstliche Intelligenz (KI), Argumented Reality (AR), Virtuell Reality (VR) und Maschinelles Lernen (ML).

Neha, vom Early-Stage-Accelerator Z Nation Labs, sagte: “Neben dem Wachstum in den Bereichen KI und ML ist die Akzeptanz von Open Innovation noch immer ein absolutes Trendthema. Immer mehr MNCs wie Google, Amazon und Intel sind offen für Open-Source-Innovationen.” Sie hob auch die Auswirkungen von Bitcoin und IOD in den Startup-Ökosystemen weltweit hervor.

Das Startup-System in Indonesien und den Philippinen stecke noch in der Anfangsphase, sei aber hoch innovativ, so die Vertreter des Inselstaates. Die wichtigsten FinTech-Trends in Indonesien seien in den Bereichen Peer-to-Peer Lending und Mobile Payments zu finden. Aria Widyanto vom Peer-to-Peer Fintech Amartha, hob hervor: “Sechs von zehn Menschen in Indonesien haben keinen Zugang zu Banken, was Indonesien zu einem riesigen Markt macht, den FinTech Startups nutzen können.”

Die Innovation in diesen Ländern dürfte sich mit einer Reihe von öffentlich-privaten Initiativen weiter beschleunigen.

Die philippinische Roadmap für digitale Startups 2015 strebt 500 Startups mit einem Gesamtwert von 2 Milliarden US-Dollar bis 2020 an. Derzeit gibt es mehr als 150 Startups im Land, was zeigt, dass sich das Ökosystem entwickelt.

Jefferson J Hofer von HDC Agri, einem Agri-FinTech Startup, erläutert, dass es auf den Philippinen zu einem beachtlichen Wachstum in Agri-FinTech Unternehmen und Lieferketten-Startups gekommen ist.

Louise Kaye G Mendoza vom Export Marketing Bureau des Handelsministeriums der Philippinen sagte: “90 Prozent des Geschäfts in den Philippinen wird von von kleinen und mittelständischen Unternehmen erwirtschaftet - und E-Commerce spielt dabei eine wichtige Rolle.” Darüber hinaus zielt das Handelsministerium durch den „Startup Ecosystem Development Plan under Slingshot Philippines“ darauf ab, die wichtigsten Lücken beim Aufbau von Kapazitäten und bei der Finanzierung und politischen Unterstützung von Startups zu schließen.

Jan Lachenmayer von enpact hob die Bereiche hervor, in denen Startups besser werden oder arbeiten können. “In Berlin und anderen Ländern erweisen sich Business Angel Netzwerke, um die Lücken im Finanzbereich zu überbrücken, als fruchtbar”, so Lachenmeyer.

Auf die Frage nach den Geheimnissen ihres Erfolgs antwortete das Panel, dass die folgenden Punkte um Mittelpunkt stehen sollten:

- Fokussierung

- die Schaffung von Wettbewerbsvorteilen

- Abstimmung der Ziele mit Stakeholdern und

- Partnerschaften mit Unternehmen, Regierungen und Acceleratoren.

Die Situation habe sich jedoch schon verbessert, stimmten die meisten Panelteilnehmer überein. Der Trick, so Jefferson, seien ausländische Partnerschaften für eine individuelle Gründung außerhalb seines eigenen Landes.

Jan erwähnte, dass die Gründung eines Startups in Deutschland einfacher sei als die Schließung eines Unternehmens, dass Gründer sich schon während der Ideenphase über die Umsetzung klar sein müssen.

Im Anschluss an die Podiumsdiskussion fand ein Tag der offenen Tür mit Gaurav Gupta, dem Sekretär des Ministeriums für ITBT, Regierung von Karnataka, statt. Im Mittelpunkt der Diskussion standen die Startup-Szene in Deutschland und den asiatischen Ländern sowie die gemeinsamen Synergien innerhalb der Länder. Gupta erläuterte die vielen Regierungsinitiativen in Karnataka, um das Startup-Ökosystem in Karnataka zu fördern.

Von den 4200 Startups in Indien haben 28 Prozent ihren Sitz in Bangalore, der Hauptstadt von Karnataka. Im Juni 2016 wurden in Bangalore mehr als 1700 Neugründungen registriert. Die Stadt hatte 2014 zudem die meisten Gründungsfinanzierungen in Indien.

Bangalore war lange vor der Einführung des Internets und webbasierter Unternehmen eine Hauptstadt der Technik. Das erste Indian Institute of Science wurde 1915 hier gegründet und hat seitdem bedeutende Beiträge in den Bereichen Computer-, Raumfahrt- und Nukleartechnologien geleistet.

Gaurav Gupta

Gaurav Gupta sagte: “Die Regierung ist sich bewusst, dass Gründergeist nicht an Schulen gelehrt wird. Vielleicht keimen jetzt ein paar Ideen. Ich möchte immer mehr Kinder dazu anregen, neben Mathematik, Naturwissenschaft und Sprache auch Bilanzierung, Marketing und Markforschung zu lernen. Diese Initiativen müssen ergriffen werden, wenn auch nur Ad-hoc und später als vollwertiges Studium.”

u den jüngsten Initiativen der Regierung von Karnataka zur Förderung von Gründergeist gehören das Programm Elevate 100, die Einrichtung von Exzellenzzentren für IOD und Datenwissenschaften und KI, indische Wissensparks, Partnerschaften mit Acceleratoren, akademische Einrichtungen und viele mehr.

Das Zentrum für Robotik, maschinelles Lernen, Luft- und Raumfahrt, Abwehr, Animation und visuelle Effekte sei in der Planung.

(Translated by Maren Lesche)

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