‚Making more health‘ – Wie Manuela Pastore die Welt ein bisschen gesünder macht

28th Feb 2018
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Manuela Pastore, Global Lead der ‚Making more health‘ Initiative, die im Zuge des 125. Geburtstages von Boehringer Ingelheim im Jahre 2010 ins Leben gerufen wurde, unterstützt Sozialunternehmen innovative Lösungen für die drängenden Gesundheitsfragen in Indien zu entwickeln.

Manuela Pastore, Global Lead der ‚Making more health‘ Initiative bei Boehringer Ingelheim, war schon früh an anderen Kulturen interessiert. Mit einem geisteswissenschaftlichen Magister in den Fächern Italianistik, Hispanistik und Geschichte in der Tasche, widmete sie sich zu Beginn ihrer Karriere der Erwachsenenbildung. Neben dem Unterrichten von italienisch und einer Tätigkeit als Dolmetscherin, war sie auch für die Vorbereitung und Durchführung von Bildungs- und Kultururlauben verantwortlich. Ein Job in der Industrie war nie Manuelas Traum. Mit zwei Kindern ändert sich jedoch die Situation. „Erwachsenenbildung und die Ausübung als Dolmetscherin ist sehr zeitintensiv, besonders abends“, sagt Manuela Pastore. „Ich wollte zwei bis drei Jahre etwas Ruhiges machen und dann weiter gucken“, erklärt sie weiter. Der Weg führte sie zufällig zu Boehringer Ingelheim, wo sie zunächst an der Rezeption arbeitete. 2000 übernahm Manuela Pastore dann eine Stelle in der Online-Kommunikation – ein damals noch ganz neuer Bereich. Schnell übernimmt sie dort die Leitung und baut neben der Webseiten-Präsenz auf Unternehmensebene von Boeringer Ingelheim auch den Social Media Bereich auf. Als 2012 die Bereiche Unternehmenskommunikation und Marketing zusammengelegt werden, tut sich eine neue Chance für Manuela Pastore auf. Gefragt, was sie in der Zukunft gerne machen würde, antwortet Manuela ihrem Chef: „Ich würde gerne Global Lead der ‚Making more health‘ Initiative werden.“ Aus ursprünglich drei geplanten Jahren werden zwanzig.

‚Making more health‘

Die 2010 ins Leben gerufene Initiative stand zu dem Zeitpunkt noch am Anfang. Manuela Pastore hat die Initiative aus der Ferne bereits intensiv beobachtet. Der sozialunternehmerische Aspekt des Programmes korrelierte mit ihrem Interesse an der Erwachsenenbildung. So übernimmt Manuela Pastore die Führung der Initiative, um ihr eine einheitliche globale Strategie zu geben. „Für mich war das eine neue Herausforderung. Nach 12 Jahren Online-Kommunikation wollte ich mich weiter entwickeln“, erläutert Manuela ihre Motivation die ‚Making more health‘ Initiative als Global Lead zu übernehmen. „Mit ‚Making more health‘ hatte ich die Chance meine Stärken miteinander zu verknüpfen. Zum einen mein Netzwerk aus der Geschäftssparte von Boehringer Ingelheim und zum anderen meine Liebe für Projekte mit Nachhaltigkeitsaspekten“, führt Manuela weiter aus. Die ursprüngliche Idee der Initiative, mit Sozialunternehmern global zusammenzuarbeiten, behält Manuela bei und führt sie unter dem Dach der ‚Shared Values‘ zusammen. Aus den einzelnen Initiativen ist daher in den letzten Jahren, gemeinsam mit Ashoka als Partner, etwas Ganzes entstanden. Neben dem ‚Youth Venture Programm‘, das angehende Sozialunternehmer und Studenten dabei unterstützt, globale Probleme im Gesundheitsbereich zu adressieren, hat Boehringer Ingelheim die Bestrebungen, sozialunternehmerische Kompetenzen in das eigene Unternehmen zu integrieren, intensiviert. „Für mich war relativ schnell klar, dass wir mit der Initiative viel mehr bewegen können, insbesondere auch mit Blick auf, wie wir arbeiten, wie wir eine gesellschaftliche Wirkung erzielen können und wie wir uns in der Zukunft als Boehringer Ingelheim, auch mit Blick auf neue Geschäftsmodelle, aufstellen“, erklärt Manuela Pastore ihre Motivation eine Initiative zur Stärkung sozialunternehmerischer Kompetenzen innerhalb von Boehringer Ingelheim aufzusetzen. Das India Leadership Programm war geboren. „Wir realisierten, dass Social Learning und Erfahrungen ‚out of the comfort zone‘ sehr viel Bewusstsein, Inspiration und von dort ausgehend Innovationen schaffen können“, führt Manuela Pastore weiter aus.

Eine Reise nach Indien

Für Manuela Pastore war der Ausgangspunkt für die Aufsetzung des Leadership Programmes, zunächst einmal einen Einblick in die NGO Welt zu erhalten, um zu verstehen, was eine Firma wie Boehringer Ingelheim von einer NGO lernen könnte. Gefragt, aber warum gerade in Indien, antwortet Manuela Pastore: „Dass wir uns nach Indien ausgerichtet haben, war eher ein Zufall. Eine Kollegin informierte mich, dass die Karl Kübel Stiftung eine 10-tägige Studienreise mit jungen Landwirten aus Hessen nach Indien durchführen würde, an der ich dann schlussendlich teilnahm. Ich habe dort das erste Mal gesehen, was eine NGO macht.“ Aus der Reise entsteht eine Partnerschaft mit der Karl Kübel Stiftung, die in Südindien ein Lernzentrum für andere indische NGOs betreibt, das Boehringer Ingelheim heute für das Leadership Programm nutzt. Um noch mehr zu verstehen und über Indien zu lernen, fährt Manuela Pastore für sechs Monate nach Tamil Nadu in Indien. Die Resultate ihres Aufenthaltes sind verschiedene Aktivitäten. Im April 2015 findet das erste Leadership Programm statt, dass Mitarbeiter in leitendenden Funktionen innerhalb Boehringer Ingelheims nach Indien bringt, um ihnen einen Einblick in das Thema Sozialunternehmertum zu geben. „Wir wollen den Leuten ihren Horizont für neue Themen öffnen. Das funktioniert vor allem durch das Machen eigener Erfahrungen und dem Austausch mit Betroffenen vor Ort“, erklärt Manuela Pastore.

Digitalisierung von Kindergärten in Indien

Neben der Einführung des Leadership Programmes, unterstützt Boehringer Ingelheim auch Kindergärten und führt verschiedene Programme zur Vernetzung der Kindergärtnerinnen durch. „Kindergärtnerinnen sind informelle Gesundheitsarbeiterinnen in ländlichen Gebieten Indiens. Sie helfen Eltern Anträge für den Erhalt von zusätzlichen Nahrungsmitteln auszufüllen und dienen oft als erste Ansprechpartner bei kleineren gesundheitlichen Problemen der Menschen in den Dörfern“, erklärt Manuela Pastore die Motivation mit Kindergärten zusammenzuarbeiten. „Leider sind die Kindergärtnerinnen oft schlecht vernetzt. Das ist insbesondere vor dem Hintergrund wichtig, dass diese Kindergärtnerinnen zu allen möglichen Fragen konsultiert werden, auch über Gesundheitsthemen hinaus. Sei es zum Beispiel, wie man lokale Produkte vermarktet oder Ideen findet, um den Alltag besser zu gestalten. Wir geben ihnen daher Tablets und haben ein Angebot an digitalen Trainings entwickelt“, führt Manuela Pastore weiter aus. Eine Umfrage des Ministeriums für Bildung belegt den Erfolg der Arbeit. Die Kindergärtnerinnen sind selbstbewusster geworden und tauschen sich über eine eigens für sie aufgesetzte Plattform aktiv aus. „Dieses Angebot ist natürlich an einige Bedingungen geknüpft“, sagt Manuela Pastore. „Teil der Plattform ist ein offizieller Lehrplan für Kindergärtnerinnen, in dem wir regelmäßig Aufgaben integrieren, die die Frauen erfüllen müssen“, erzählt sie weiter.

Ein ganzheitliches Programm

Die Aktivitäten Boehringer Ingelheims laufen nicht parallel nebeneinander her. Manuela Pastore ist stets bestrebt die einzelnen Aktivitäten in ein Ganzes einzufügen. „Aus dem Leadership Programm hat sich mittlerweile ein Netzwerk von 120 Mitarbeitern gebildet. Diese integrieren jetzt das Gelernte in ihren individuellen Gebieten oder entwickeln neue Ideen. So wurde ich letztes Jahr von unserem Digital Excellence Team angesprochen, das mittlerweile regelmäßig zwei Leute nach Indien schickt, um die digitalen Trainings für die Kindergärtnerinnen durchzuführen“, erklärt Manuela Pastore, wie die einzelnen Bestrebungen zusammengekommen sind. Eine weitere Initiative, die aus dem Leadership Programm entstanden ist, ist das Health Awareness Programm. „Nach der Leadership Woche haben sich einige unserer Marketing Mitarbeiter zusammengetan und das Projekt entwickelt. Neben der Einbringung von Geld und Zeit, haben sie unter anderem alle Materialien für das Projekt entwickelt“, sagt Manuela Pastore. Ziel des Programmes ist es Selbsthilfegruppen über bestimmte Gesundheitsthemen, wie zum Beispiel Erste Hilfe, Knochen- und Gelenkkrankheiten, gesunde Ernährung usw. zu informieren. „Um Trainings zu relevanten Themen anzubieten, machen wir im Vorhinein eine Abfrage, was diese Selbsthilfegruppen denn interessiert. Wir hatten daher auch schon Trainings zum Thema, wie kriegen wir unsere Ziegen gesund“, führt Manuela Pastore weiter aus. Weitere Abteilungen treten der Initiative bei. Mitarbeiter aus der Sicherheitsabteilung führen ein Training zur Risikovermeidung in dem Projektgebiet durch und erkennen die riesigen Probleme bei der Wasserverschmutzung und -wiederaufarbeitung. „Momentan evaluieren daher meine Kollegen ein Projekt zum Thema Wasseraufbereitung und Wasserschutz“, sagt Manuela. „Durch die ‚Making more health‘ Initiative wurde eine Bewegung im eigenen Unternehmen angestoßen. Für mich ist das eine der Hauptmotivationsgründe für meine Arbeit“, führt Manuela Pastore weiter aus.

Indien ein Abenteuer

Gefragt, was Manuela Pastore an Indien fasziniert, antwortet sie: „Mich fasziniert die Kultur, die Leute und das Diversitätsprinzip. Es gibt die verschiedensten Religionen und Sprachen und eine große Offenheit der Menschen, an unseren Aktivitäten teilzunehmen. Anders als in Deutschland kann man in Indien schnell etwas umsetzen und bewegen und das finde ich so interessant an der Arbeit in Indien.“

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