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Die deutsch-indische Woche ist in vollem Gange - Zusammenarbeit ist der Schlüssel zum Erfolg

Dipti Nair
28th Feb 2018
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(Translated by Lorenz Oswald)

Das deutsch-indische Wochenprogramm, welches durch den Bundesverband deutscher Startups organisiert wurde, fing mit der Erkundung von Bangalore an. Der zweite Tag war sehr erfolgreich.

Eine deutsche Delegation von 24 Mitgliedern, bestehend aus Investoren, Startup-Gründern und deutschen Politikern, befindet sich auf einer 5 tägigen Tour in Indien, um indische Startups und deren Gründer zu treffen.

Die deutsche Delegation mit Dirk Wiese und Gaurav Gupta

Nachdem sich die deutsche Delegation sehr leicht an das Chaos in Bangalore gewöhnt hat, bekam sie die Möglichkeit zwei der wichtigsten Startup Unicorns (Einhörner) Indiens zu besuchen: Ola und Flipkart. Die Businesspläne der Ride-Sharing app (Ola) und des E-Commerce Giganten (Flipkart) beeindruckten die deutsche Delegation sehr.

Aber, vor den spannenden Besuchen, kam es zu einem sehr spannenden Treffen zwischen der deutschen Delegation und indischen Regierungsmitgliedern. Dies ist der Schlüssel zu jeglichen zukünftigen Business-Gesprächen zwischen Startups und Investoren beider Länder.

Die Delegation wurde von Dirk Wiese, dem Parlamentarischen Staatssekretär des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie, begleitet. Hierbei trafen sie auf den indischen Generalsekretär, Gaurav Gupta, auf die indische Bundesverwaltung für Technologie, Biotechnologie und Wissenschaft, auf die Bundesregierung des indischen Bundesstaates, Karnataka, und viele weitere offizielle Abgeordnete.

Im heutigen Zeitalter, einer global verbunden Welt, dank des Internets, Face-Time und On-Ground Meetings, werden diese Art von Treffen immer wichtiger. Wenn wichtige Regierungsbeamte beider Länder sich, während eines morgendlichen Café-Meetings, gegenseitig die Hände schütteln, symbolisiert das ein positives/ grünes Signal für Unternehmen und Unternehmer.

Interaktionen wie z.B. dieses Meeting oder auch jegliche weitere Besuche der deutschen Delegation, ermöglichen ihnen das Große und Ganze zu sehen.

Durch die vielen verschiedene Konversationen im Laufe des Tages, wurde klar, dass deutsche und Indische Unternehmen in Zukunft sehr erfolgreich zusammenarbeiten werden können, wenn sie ihre jeweiligen Kernkompetenzen verschmelzen können.

Deutschland ist bekannt für ihre präzise Fertigung von Produkten und Hardware, während Indien für ihre großartigen IT-Software Kenntnisse bekannt ist.

Dies ist eine sehr gute Kombination zwischen Köpfchen und “Muskelkraft” und würde einerseits helfen, viele dringende Probleme in Indien zu lösen und andererseits deutschen Startups ermöglichen, den indischen Markt zu erkunden.

Das Anzünden der Kerzen zum Beginn der T-Systems Veranstaltung

 

Wie Laszlo Posset, Geschäftsführer, T-Systems ICT India, zuletzt sagte: “Die letzten Jahre haben gezeigt, dass Startups viele neue Innovationen erarbeiten, aber neue Kooperationen oft vernachlässigen. Es existieren sehr viele komplementäre Grundstrukturen zwischen den beiden Ländern. Was wir in Deutschland vermissen, ist die Qualität junger aufstrebender Talente aus der IT-Branche.”

T-Systems, eine Tochtergesellschaft der deutschen Telekom, organisierte einen Bürobesuch und einem naheliegenden Event mit vielen Reden und einem anschließenden Rooftop-Abendessen. Das Event wurde traditionell Indisch gestartet, indem Kerzen angezündet wurden. Dies symbolisiert den Start etwas Neuem, der deutsch-indischen Kooperation, bestätigte Dirk Wiese.

Deutsche Startups, Indische Lösungen

Es ist für Alle klar, dass die Fragen, über das Land Indien und die bevorstehenden Kooperationen und rentablen Strategien, die viele Mitglieder der deutschen Delegation beschäftigen, im Lauf dieser Woche beantwortet werden.

Mirco Dragowski, der Geschäftsführer des Bundesverbands deutscher Startups und Mitglied des deutsch-indischen Startup Austausch Programmes (GINSEP), einem Projekt des Bundesverbandes deutscher Startups, veranschaulichte dies, indem er mehrere Beispiele deutscher Startups, die ihr technische Know-How nutzen, um einzigartige indische Probleme zu lösen, darlegte.

Durch ihre intelligente Datenerfassung hilft Peat.technology Landwirtschaftsprozessen ihre Ernteschäden zu lindern. Hierbei werden Self-Learning Algorithmen (tiefe Nerven-Netzwerke) trainiert, um zwischen verschiedenen Verhaltensmustern, die bei Pflanzenkrankheiten, Schädlingen oder Nährstoffmangel zu erkennen sind, unterscheiden zu können. Deshalb arbeiten sie mit indischen Landwirtschaftsunternehmen zusammen, um hierfür optimale Lösungen finden zu können.

Das PEAT Team prüft die Ernte mit dem indischen Team

Coolar.co entwickelt eine Technologie, die nicht durch Elektrizität läuft. Diese erlaubt Gesundheitszentren und Krankenhäusern in weit entfernten ländlichen Standorten, medizinisches Equipment, dass gekühlt werden muss, zu lagern.

Das Mobilitätsunternehmen Door2Door.io ist ein erweitertertes öffentliches Verkehrsmittel, mit sofortigen Lösungen für Ridesharing. Dieses könnte in Indien eine App kreieren um die großen Verkehrsprobleme lösen zu können. Vergleichbar hierzu wäre die Technologie des schlauen Online Teilchen-Analyse Startups: Sopat.en. Beide Startups könnten in Indien auf große Nachfrage stoßen.

Das nächste Meeting im NASSCOM 10,000 Startups Warehouse war sehr interessant, denn es brachte alle relevanten Personen in puncto deutsch-indisches Ökosystem unter ein Dach. Personen wie: Dirk Wiese, dem Parlamentarischen Staatssekretär des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie, der indisch-deutschen Handelskammer, deutschen und indischen Gesellschaften wie z.B. Shell, SAP, Bosch, Airbus, Siemens, L&T, Infosys, Wipro, Axilor Venture Capital und vielen weiteren Personen, sprachen mit der deutschen Delegation und tauschten sich über zukünftige Kooperationen aus.

Siemens verkündete, dass sie im Jahr 2019 planen einen Startup Incubator in Bangalore zu starten. Verglichen dazu, erklärte Airbus BizLabs, dass sich ihr einziger Standort in Indien in Bangalore befindet und ihre restlichen vier Standorte in Europa stationiert sind.

“Die Mehrheit an Gesellschaften sucht nach Startups im Bereich Datenanalyse, Weltraumtechnik, Gesundheitsfürsorge, Finanztechnologie und Internet of Things”

Jeder von ihnen besitzt laufende Partnerschaften mit indischen Startups, entweder als Konsument ihrer Produkte oder um ein gemeinschaftliches Produkt/Programm auf den Markt zu bringen.

Die deutsche Delegation mit (in der vorderen Reihe Zweiter von links) Laszlo Posset, Geschäftsführer T-Systems, Angela De Giacomo, Head of the India-based Bissell Family Office, und Margit Hellwig-Boette, vom deutschen Generalkonsulat in Bangalore, und Dirk Wiese, dem Parlamentarischen Staatssekretär des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (hintere Reihe Zweiter von Rechts)

“Es gab eine bestimmte Wahrnehmung über die letzten paar Jahre, dass indische Startups nur auf Konsumenten fokussiert sind, aber es ist momentan sehr spannend die vielen Hardware und Deep Tech Startups zu sehen”, sagt Ganapathy Venugopal von Axilor Ventures, ein Accelerator der von einigen der meist respektierten Entrepreneuren gegründet wurde, wie z.B. Kris Gopalakrishnan, dem Executive Vice Chairman von Global Consulting und IT Services Company Infosystems.

Wipro meinte, dass sie sehr gerne mit deutschen Startups verbunden werden wollen würden. Hierbei fügt er hinzu, dass sie speziell nach Startups, die die Themen After-Market Solutions und Internet of Things berücksichtigen, suchen. Hari Menon, Vice President von Wipro erwähnt zusätzlich, dass die von Azim Premji geführte Gesellschaft mittlerweile 100 Millionen Dollar an Funding in Startups aus Indien, Israel und der Bay Area gesteckt hat.

The run to potential

Die beste Zusammenfassung des Tages wurde von einem der Ehrengäste, Kiran Kumar, der vorherige Vorsitzende von ISRO und einstige Empfänger von Padmashree, eine der wichtigsten Auszeichnungen Indiens, während des T-Systems Abend, geäußert. Durch das Erwähnen sehr bedeutender wissenschaftlicher Grundsteine, wie der ersten Mond- sowie der ersten Marslandung beeindruckte er sehr. Zusätzlich erzählte Kiran Kumar das sehr berühmte Märchen von ”dem Hasen und dem Igel”, in Form einer Eigeninterpretation, um dem Publikum moralische Grundthesen im Unternehmertum nahe zu legen. Hierbei ersetzte er den Igel durch eine Schildkröte.

“Jeder von uns weiß, was in diesem berühmten Wettrennen passierte”, begann er. “Aber nach vielen Jahren, kam es zu Ergänzungen in dieser Geschichte und es würde jedem von uns gut tun von Diesen lernen zu können.”, ergänzte er.

Also, nachdem der Hase das Rennen gewinnt, realisiert die Schildkröte, dass sie nicht wegen ihrer mangelnden Möglichkeiten verloren hatte, sondern weil sie es nicht schaffte ihr Potenzial zu nutzen. Sie fragte nach eine Revanche und dieses Mal gewann die Schildkröte. Die Moral der Geschichte: Wenn du dein ganzes Potenzial nutzt, ist es sicher, dass du dein Ziel erreichen wirst.

Florian Noell, der Vorsitzende des Bundesverbands deutscher Startups, spricht auf dem NASSCOM Event vor der deutschen Delegation

Nicht weniger erwähnenswert: die Schildkröte fragte nach einer Revanche. Diesmal wählte sie den Fluss als Rennstrecke. Dank ihrer natürlichen Gegebenheiten, gewann sie natürlich. Die Moral der Geschichte: Wenn man die Fähigkeiten und das Wissen besitzt, kann man sein Potenzial voll und ganz ausnutzen.

Nachdem die Beiden drei Rennen durchgeführt hatten, wurden sie Freunde. Aber beide wollten trotzdem weiterhin gewinnen und waren nicht einfach so bereit aufzugeben. Die beiden machten ein gemeinschaftliches Rennen, aber diesmal jeweils auf dem Land und im Wasser. Sie gewannen dieses Rennen. Die Moral der Geschichte: Wenn Individuelle Wesen zusammenarbeiten, anstelle gegeneinander zu “kämpfen”, können sie viel Größeres leisten.

Diese Geschichte ist, wie die meisten Geschichten, gleichbedeutend für Individualitäten, Unternehmen, aber auch für Nationen, sowie z.B. Indien und Deutschland.

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